Datensicherung · Wiederherstellung · Nachweis

Ein Backup ist erst dann eines, wenn die Wiederherstellung nachweislich funktioniert

Backup-Konzept, Restore-Tests, Notfallvorsorge und Dokumentation verständlich erklärt, mit den Fundstellen aus DSGVO, BSI-Gesetz, ISO/IEC 27001 und ISO 22301. Von Dr. Stefan Spörrer, LL.M.

Backup-Konzept aufbauen Wiederherstellung testen
Art. 32 DSGVOverlangt die Fähigkeit, Verfügbarkeit und Zugang zu personenbezogenen Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherzustellen
§ 30 BSIGnennt für NIS-2-Einrichtungen ausdrücklich Backup-Management und Wiederherstellung nach einem Notfall
ISO 27001 A.8.13Sicherungskopien von Informationen, Software und Systemen vorhalten und regelmäßig testen

Quellen: DSGVO (EUR-Lex), § 30 BSIG, Überblick der Anforderungen

Was gehört zu einer belastbaren Datensicherung?

Eine belastbare Datensicherung besteht aus drei Teilen: einem Backup-Konzept, das festlegt, was wie oft wohin gesichert wird, regelmäßigen Wiederherstellungstests, die zeigen, dass die Sicherung im Ernstfall nutzbar ist, und einer Dokumentation, mit der sich beides gegenüber Geschäftsleitung, Auditoren, Versicherern und Aufsicht belegen lässt.

Technik allein reicht dafür nicht. Entscheidend ist, dass die Sicherung an den Geschäftsprozessen ausgerichtet ist: Wie lange darf ein Prozess ausfallen, wie viel Datenverlust ist tragbar, wer entscheidet im Notfall über die Reihenfolge der Wiederherstellung? Diese Fragen beantwortet das Notfall- und Kontinuitätsmanagement, nicht die Backup-Software.

Backup-Konzept

Gliederung, Pflichtinhalte und Entscheidungen eines Datensicherungskonzepts, mit Mustertabelle.

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Wiederherstellung

RTO und RPO festlegen, Restore-Tests planen, durchführen und protokollieren.

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Notfallvorsorge

Backup als Teil des BCM nach ISO 22301 und BSI-Standard 200-4, Schutz vor Ransomware.

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Rechtliche Anforderungen

DSGVO, BSI-Gesetz nach NIS-2, ISO/IEC 27001 und Aufbewahrungspflichten nebeneinander.

Zu den Anforderungen →

Nachweis und Dokumentation

Welche Unterlagen ein Audit oder eine Prüfung sehen will und wie man sie aktuell hält.

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Begriffe

RTO, RPO, MTPD, inkrementell, differenziell, unveränderbar, Air Gap und mehr.

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Die häufigsten Schwachstellen in der Praxis

  • Nie getestet: Die Sicherung läuft jede Nacht „grün“, eine vollständige Wiederherstellung wurde aber nie geprobt.
  • Erreichbar für Angreifer: Sicherungen liegen im selben Netz und mit denselben Zugangsdaten wie die Produktivsysteme und werden bei einem Angriff mit verschlüsselt.
  • Cloud vergessen: E-Mail, Dateiablage oder Fachanwendungen laufen als Cloud-Dienst; ob und wie lange der Anbieter Daten sichert, ist nicht geklärt.
  • Keine Reihenfolge: Im Notfall ist offen, welches System zuerst wiederhergestellt wird, weil keine Business-Impact-Analyse existiert.
  • Keine Nachweise: Konzept, Testprotokolle und Freigaben sind verstreut oder veraltet; im Audit oder nach einem Vorfall lässt sich nichts belegen.

Backup, Notfallplanung und Nachweise in einem System

Das BCMS-Modul von MGMSYS verbindet Business-Impact-Analyse, Notfallpläne, Wiederanlaufstrategien und dokumentierte Übungen und Tests nach ISO 22301. Zusammen mit dem ISMS nach ISO/IEC 27001 entsteht ein durchgängiger Nachweis von der Anforderung bis zum Restore-Protokoll, gehostet in Deutschland.

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Quellen

  1. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), EUR-Lex
  2. § 30 BSIG Risikomanagementmaßnahmen, gesetze-im-internet.de
  3. ISO/IEC 27001:2022 Information security management systems – Requirements (ISO)
  4. ISO 22301:2019 Business continuity management systems – Requirements (ISO)